Doctena Blog

Arztsuche Was ist Doctena? Jobs Presse Impressum

Der Einfluss der Pharmaindustrie

22 Feb 2013

Der Einfluss der Pharmaindustrie auf Ärzte ist ein Thema, das schon seit langem unter Kritik steht. Nun wollen die Arzneimittelhersteller für Klarheit sorgen: Nämlich durch mehr Transparenz in den Zuwendungen, die Ärzte von der Pharmaindustrie erhalten. Ab 2016 soll dazu jede Zahlung an Ärzte oder Krankenhäuser verffentlicht werden, indem ein freiwilliger Kodex des europäischen Pharma-Dachverbands EFPIA Zuwendungen offen legt und für mehr Einblick sorgt.

Rund 20 Millionen Besuche machen Pharmavertreter bei Ärzten jedes Jahr. Sie bringen dadurch neue Produkte in den Markt, die nicht immer zwangsläufig größere Nutzen verheißen, aber meist mehr kosten. Ärzte bekommen oft direkt Geld von Pharmafirmen, so dass viele Medikamente mittels beeinflusster Ärzte in Umlauf gelangen, obwohl sie nicht für jeden Patienten optimal sind.

Problematisch in diesem Umfeld ist auch, dass beispielsweise Fachartikel, von professionellen Schreib-Agenturen verfasst, aber unter dem Namen anerkannter Mediziner publiziert, klinische Studien neuer Arzneimittel präsentieren oder die Vorteile eines neuen Medikaments bewerben. Dasselbe gilt auch für Streuzeitschriften der Industrie, die ein positives Fazit neuer Medikamente vermitteln und damit Mediziner zusätzlich darin bestärken, auf die neuartigen Produkte zuzugreifen.

Auch bei Kongressen sind Einflussnahmen längst zu beobachten, so zählen zum Beispiel Safari und Sauna zum Programm eines Workshops für Urologen eines Pharmaherstellers im finnischen Wintersportort Levi. Zwar wurde der Fall geahndet, aber dennoch entstehen durch gesponserte Fortbildungen oder Kongresse Anlässe für Nachfragen.

Vor diesem Hintergrund begrüßen Krankenkassen und Ärzte den Schritt, auch wenn dieser aus ihrer Sicht eindeutig zu spät kommt. Patienten müssen sich nämlich informieren können, ob ein Arzt für ein verschriebenes Medikament zusätzliches Geld erhält. Deshalb verspricht Holger Diener, der Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle für die Industrie: "Im Internet wird für jeden Patienten einsehbar sein, welche Zuwendungen sein Arzt von welchen Pharma-Unternehmen erhalten hat".

Weiterführende Artikel: In der Zeit-Online, Welt-Online und im Hamburger Abendblatt.

Bildquelle: www.shutterstock.de