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Evolution der menschlichen Mundflora

19 Feb 2013

Ein Team von Wissenschaftlern des Centre for Ancient DNA der Universität Adelaide hat in einer Studie historische mineralisierte Zahnbeläge mikrobiotisch untersucht und kam dabei zu interessanten Ergebnissen (Nature Genetics 2013; doi: 10.1038/ng.2536).

Parodontose

Das erstmalige Auftreten der Landwirtschaft, d.h. Ackerbau, Viehzucht und Vorratshaltung, war einer der größten Epochenwechsel der Menschheit. Diese sogenannte Neolithische Revolution in der Jungsteinzeit führte jedoch auch zu Veränderungen der Mundflora beim Menschen. Bei Skeletten aus der mittleren Steinzeit, also zu einer Zeit als die Menschen noch Sammler und Jäger waren, haben die Wissenschaftler zwar den größten Reichtum an Bakterien, jedoch noch keine Porphyromonas gingivalis gefunden. Die Menschheit hat somit wohl erst seit der Neolithischen Revolution unter diesem Auslöser der Parodontose gelitten.

Karies

Den Streptococcus mutans, den Hauptverursacher von Zahnkaries, fanden die Forscher bereits bei Menschen aus der Bronzezeit und dem Mittelalter. Eine weitere deutliche Veränderung der Mundflora und Zunahme des Streptococcus mutans begann jedoch erst vor ca. 150 Jahren, also zu Beginn der industriellen Revolution. Als Ursache wird die Einführung von industriell hergestelltem Feinmehl und raffiniertem Einfachzucker vermutet. Die drastisch verringerte Vielfalt bei den Bakterien in der Mundhöhle führt dazu, dass bei den Menschen von heute die Karies verursachenden Stämme die Herrschaft übernehmen können.

University of Adelaide http://www.adelaide.edu.au/news/news59301.html
Nature Genetics http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.2536.html
Sanger Institute

Bildquelle: www.shutterstock.de